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peacemaker_fx
 

Información sobre peacemaker_fx

Radfahren, Wandern, Paddeln, Joggen - Ich bewege mich gerne und bin gerne draußen in der Natur, möglichst weit weg von Autos und Motorenlärm. Mindestens einmal pro Woche versuche ich, der Stadt den Rücken zu kehren. Klappt nicht immer, aber oft. Meistens solo, ab und zu mit Freunden.
Eine sportliche Herausforderung ist fast immer mit dabei. Ich versuche aber diese nicht die Oberhand gewinnen zu lassen, sondern bewusst das Unterwegssein selbst als Erlebnis zu verstehen und zu gestalten. Klappt auch nicht immer, aber oft.
PN: felix(*at*)masurenburg.de

Distancia

19.612 km

Tiempo en movimiento

1811:31 h

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Cronología
  1. peacemaker_fx dio un paseo en bici.

    Hace 3 días

    04:42
    81,1 km
    17,3 km/h
    1.150 m
    1.140 m
    A ☠ R✪BIN 🥾, Sven y 37 más les gusta.
    1. peacemaker_fx

      Es wäre mir selbst frevelhaft vorgekommen, die letzten paar Kilometer bis zum südlichen Ende der früheren deutsch-deutschen Grenze einfach zu unterschlagen, wo ich ja nun schon an deren Startpunkt in Priwall bei Lübeck gewesen war. Daher gab es heute noch eine Abschlussrunde zum südlichen Zipfel, dem ehemaligen Dreiländereck DDR-BRD-ČSSR, heute Bayern-Tschechien-Sachsen. Mein Gepäck konnte ich freundlicherweise tagsüber in der Jugendherberge parken, sodass mich lediglich das geringe Gewicht des Rucksacks belastete. Bevor es auf die Strecke ging, versuchte ich mir noch ein kleines Bild von Hof zu machen. Ein kleiner Zickzack-Kurs führte mich quer durch die Altstadt, die mir bis auf die Kirchen nicht so besonders alt schien. Zwischen Bahnhof im Süden, über die langgestreckte Fußgängerzone bis zum Ende der Ludwigstraße in Norden findet sich größtenteils sehr schöne, repräsentative Gründerzeitarchitektur oder jünger. Außerdem ist die Stadt durchsetzt von Nachkriegsbauten, die vermutlich anstelle der im Krieg durch Bomben zerstörten Häuser errichtet wurden. Da am Samstagmorgen vor 10:00 nur sehr wenige Menschen unterwegs waren und die meisten Geschäfte noch geschlossen hatten, lässt sich schlecht beurteilen, wie das Flair so ist. Auf mich machte es jedenfalls einen recht positiven Eindruck: neben vielen kleineren und größeren Läden finden sich in der Fußgängerzone eine Menge Cafés und Restaurants, mit Außenbereich auf der Straße. Es wirkt auch nicht so etepetete, sondern angenehm unprätentiös. Wenn es hier bevölkert ist, stelle ich es mir ganz bunt und lebendig vor. Nachdem ich wieder unten an der Saale angekommen war, folgte ich dem Saaleradweg flussabwärts, also der selben Strecke, auf der ich am Vorabend nach Hof hineingeradelt war. Mit ein paar mehr Sonnenstrahlen, war es gleich noch ein wenig schöner. Hinter der Fattigmühle bei Saalenstein hatte ich dann den Iron Curtain Trail wieder erreicht. Ich verließ den Saaleradweg und bog in Richtung Isaar ab. Statt lapidar auf der Straße die 3 km in das nächste Dorf, Töpen, zu führen, macht der Radweg einen sehr schönen, ca. 7 km langen Umweg durch den Wald dorthin. Er verläuft am ehemaligen Grenzflüsschen Tannbach. Auch nach Durchquerung von Töpen geht es unweit der Baches weiter, hinunter ins Tal und man kommt in das einigermaßen berühmte Dorf Mödlareuth - "Little Berlin" - das genau wie die Hauptstadt durch einen Mauer entlang der Grenze geteilt worden ist. Zur Erinnerung hat man ein Stück der Befestigung stehen lassen, ebenso den Überwachungsturm direkt dahinter. Auch das nächste Dorf, Münchenreuth hat eine besondere Sehenswürdigkeit zu bieten. Nicht weit vom Ort stoßen die Bundesländer Sachsen, Thüringen und Bayern an einem Punkt aufeinander. Die Stelle ist mit dem sogenannten Drei-Freistaaten-Stein markiert, der auf einer dreieckigen Platte über einem Bach steht. Nun führt der Weg eine ganze Weile auf der sächsischen Seite der Grenzlinie entlang. Die Landschaft fand ich in diesem Abschnitt der Runde heute am schönsten. Hier beginnt das sächsische Vogtland mit seinen rundlichen, bewaldeten Hügelkuppen und den ausladenden, sanften Tälern, sowie teilweise spektakulären Panoramablicken. Zwar gehört auch die Gegend um Hof zum Vogtland, jedoch kommt sie mir im Vergleich dazu etwas schroffer und nicht so weich und harmonisch vor; zumindest das, was ich davon gesehen habe. Der Weg führt zum Teil auf der Straße, zum Teil auf Feldwegen entlang. In Sachsen ist der E13 wieder vorbildlich ausgeschildert. In der Nähe des kleinen Wohnplatzes Hinterprex führt ein kleiner Stichweg zum Ziel meiner Tour. Dort, mitten in dem kleinen Bach Regnitz, steht eine steinerne Stele, die das Dreiländereck Sachsen-Bayern-Tschechien markiert. Hier war bis zum Fall des Eisernen Vorhangs der Start- bzw. Endpunkt der knapp 1400 km langen innerdeutschen Grenze, die ab 1952 immer stärker und unüberwindlicher befestigt worden ist. Ich bin zwar in der DDR geboren, war aber noch etwas jung beim Fall der Mauer, um tatsächlich in voller Tragweite erlebt zu haben, was es hieß, hinter dem Eisernen Vorhang zu leben. Die meisten Sachen, die ich darüber weiß, kenne ich aus Büchern, Filmen und aus Erzählungen. Fast erscheint es ein wenig lächerlich und der Sache nicht gerecht zu werden, sich mit den anderen Leuten da herumzudrängeln, um ein besseres Foto zu kriegen. Andererseits, ist es nicht genau das, was man sich von so einem Ort immer gewünscht hatte - ein harmloses, friedliches Ausflugsziel zu sein, wo man sich maximal darüber ärgert, das andere Besucher ihren Müll liegenlassen, statt sich davor fürchten zu müssen, bei einem Schritt in die falsche Richtung in die Gefahr zu laufen, erschossen zu werden?Witzigerweise traf ich genau dort auf eine Gruppe von Leuten, die alle eins verbindet: Das Unterwegssein - wandern oder radfahren - entlang des "Grünen Bandes", genau jenes einzigartigen Naturschutzprojektes entlang des ehemaligen Grenzstreifens, den ich in den vergangenen 2 Wochen beradelt hatte. Sie hatten ausgerechnet heute hier ihr "Grenzgänger"-Jahrestreffen und haben mich kurzerhand mit einkassiert. Komische Zufälle gibts. Quasi im Zieleinlauf plötzlich Leuten zu begegnen, mit denen ich mich plötzlich durch diesen gemeinsamen Weg verbunden fühle. Na, und auf ein Bier eingeladen zu werden, da lasse ich mich auch nicht ernsthaft nötigen. Ein wirklich tolles Finale dieser Radreise für mich. Der Rückweg nach Hof ist nicht weit, ca. 25 km. Das fühlte sich für mich tatsächlich nur wie der Weg zum Bahnhof an. Die Radreise war da schon zu Ende.

      • Hace 2 días

  2. peacemaker_fx dio un paseo en bici.

    Hace 4 días

    05:15
    84,1 km
    16,0 km/h
    1.390 m
    1.540 m
    A Anja, Erdbeergiraffe 🍓 y 45 más les gusta.
    1. peacemaker_fx

      Diese Etappe auf dem E13 führte mich quer über das Thüringisch-Fränkische Schiefergebirge. Auch wenn die Strecke nicht so lang ist, wie die der vorangegangen Touren, quetschte und saugte sie bis zum letzten Meter an meinen Kraftreserven. Der Anfang aus Spechtsbrunn verlief zunächst noch ganz harmlos und auch die ersten Steigung über die Flanke vom Berg Kohlstatt machte Hoffnung, dass es nicht so dramatisch enden würde, wie mir das Studium des Höhenprofils bisher weismachen wollte.
      Dann hieß es jedoch das erste Mal heute große Augen machen, als der Weg mitten im Wald plötzlich auf die räudigen Betonplatten des alten Kolonnenweges einschwenkte. Die schöne Abfahrt ins Tal so richtig versaut. Diese spezielle Sorte Platten bestehen vorrangig aus Löchern und nur relativ schmalen Betonstegen dazwischen, sodass das Fahrgefühl dem einer Kopfsteinpflasterstraße ähnelt. Da verbietet es sich von selbst, mit Karacho ins Tal rollen zu wollen. Zum Glück war nicht die ganze Abfahrt von davon betroffen. Etwas weiter unten am Berg ging der Untergrund erst in Schotter über und mündete anschließend auf einem asphaltierten Weg.
      Schon aus großer Ferne sieht man oben vom Berg die Burg Lauenstein. Sie thront malerisch über den Häusern des Ortes. Die Burg stammt aus dem 12 Jh. Ende des 19. Jh. erwarb ein Privatmann die inzwischen heruntergekommene Anlage und ließ sie im Stil des Historismus umfassend sanieren, wobei man sich wohl sehr bemühte das ursprüngliche Aussehen wieder herzustellen. Der Ort selbst schien mir eher senkrecht über- als waagerecht nebeneinander gebaut worden zu sein. Ich kann mir gar nicht so richtig vorstellen, wie es sein muss, hier zu wohnen. Zu jedem Nachbarn erst einmal 10 Höhenmeter zu überwinden, jede Straße mit mindestens 15 % Steigung bzw. Gefälle. Ich war ganz froh, dass ich hier nicht hinauffahren musste. Unten traf ich auf das Flüsschen Loquitz und die Bundesstraße B85, der ich ein Stück folgte. Etwas gespenstisch, wenn die schwer beladenen Holzlaster inklusive Hänger mit voller Geschwindigkeit vorüberbrettern. Man bekommt ja mit der Zeit selbst ein wenig Gefühl dafür, wieviel Wucht selbst schon in einem Fahrrad steckt, wenn man schnell talwärts fährt. Nur wenige Kilometer weiter, an der Fischbachsmühle war dieses spannende Abenteuer wieder vorbei und ich konnte wieder durchatmen. Vor dem folgende Anstieg aus dem Loquitztal nach Lichtentanne hinauf hatte hatte ich mich schon vorher gegruselt. Der längste und steilste Wegabschnitt heute. Unheilvolles Rot zierte den Abschnitt der Profildarstellung. Was dann kam, toppte meine Erwartungen sogar noch. Es wurde klar, was mit "under development" auf der E13-Webseite gemeint sein könnte. Auf einem fast zugewachsenen alten Fahrweg, dessen Untergrund entweder aus grobem Schotter oder aus aufgeweichter Erde besteht, war die ohnehin schon nur mit hohem Krafteinsatz zu bewältigende Steigung derartig anstrengengend, dass ich beinahe alle 100 Meter anhalten musste, bis die Pulsfrequenz wieder unter 180 gefallen war. Der Regen von gestern und vorgestern hatte außerdem die Fahrspurrinnen in kleine Bäche verwandelt, was sich auch als wenig hilfreich erwies. Sogar mehrmals hab ich geschaut, ob es Sinn machen würde, umzukehren und das Gebiet auf einer Alternativstrecke zu umfahren. Aber leider hätten bei jeder Variante auch zusätzliche Höhen auf der Strecke gelegen. Letztlich war dann doch das einzig Sinnvolle, sich weiter vorwärts zu kämpfen. Ich war so froh, oben eine asphaltierte Straße vorzufinden, so herrlich zu spüren, mit wie wenig Kraft man zügig hügelauf und -ab rollen, ja fast gleiten kann.
      Schon gestern hätte ich das machen sollen, aber es ist mir in den entscheidenden Momenten natürlich nicht eingefallen. Die vorangegangene Quälerei hat das Fass dann zum Überlaufen gebracht. In Lehesten hab ich bei der Post angehalten, zwei Versandkisten und eine Rolle Klebeband gekauft, und das gesamte Campingequipment per Post nach Hause geschickt. Brauchen würde ich es ja nicht mehr, da Hof die letzte Station der Tour sein würde. Dort hatte ich mir Quartier in der Jugendherberge gebucht. Und schon war der Gepäckträger 10 kg leichter. Eine hervorragende weitere Steigerung des Fahrgefühls und meiner Stimmung.
      Von Lehesten bis nach Blankenstein ist die Routenführung identisch mit dem Rennsteigradweg. Zum Teil geht es auf den normalen Landstraßen, zum Teil auf geschotterten Waldpisten und an wenigen Stellen auch mal auf eher naturbelassenen - ich nenn es mal: Pfaden - entlang. Was mich sehr verwundert hat, ist, dass der berühmte Rennsteigwanderweg hier mehrere Kilometer direkt (ca. 1 m) neben der Landstraße verläuft. Das stelle ich mir zum Wandern nicht so sehr angenehm vor. Ab und zu kommt man an Stellen mit schönem Berglandpanorama vorbei. Hauptsächlich sieht man aber Felder oder Fichtenwald. Die Ortschaften haben ein interessantes Erscheinungsbild. Ganz schwarz, denn alle Häuser sind vom Keller bis zum Dach mit Schieferplatten verkleidet. Das ständige Auf und Ab des Weges bewegt sich sich in einem Bereich +/- 50 Hm. Erst in das Saaletal ging es dann lange, lange bergab. Auf der glatten, gering befahrenen Straße konnte ich nun endlich mal die Bremsen für 10 Minuten loslassen und so richtig volle Lotte runtersausen. Blankenstein ist zwar das Ende des Rennsteigwanderweges. Das alleine macht das Städtchen jedoch nicht per se schöner. Ständig fahren dicke Brummis mitten durch den Ort, wahrscheinlich um die Zellstofffabrik zu beliefern oder Produkte von dort abzuholen. Ein Lärm schlimmer als bei mir zuhause mitten in Berlin. Nach Pause mit Bratwurst und Bier (heute kein Eis, war zu kalt) ging es für mich auf der sogenannten 'Panoramastraße Frankenwald' weiter. Nicht weit hinter Blankenstein musste ich nun wieder runterschalten und kräftiger in die Pedale treten. Die Route verläuft hinauf zum oberen Rand des Saaletals und anschließend daran entlang mit einigen schönen Ausblicken. Hinter Eisenbühl biegt man auf eine kleinere Nebenstraße ab und fahrt durch mehrere kleine Ortschaften wieder in das Saaletal hinunter. Bei Hirschberg hatte ich wieder das Ufer erreicht. Zwischen Hirschberg und Blankenstein bildete die Saale ehemals die Grenze zwischen DDR und BRD. Ich blieb weiter auf der Westseite und folgte dem flachen, immer schmaler werdenden Fluss von dort weiter stromaufwärts. Kurz hinter Joditz verbiegt der Iron Curtain Radweg von der Saale ab. Da ich nach Hof wollte, musste ich nichts weiter machen, als weiterhin auf dem ausgeschilderten Saaleradweg zu bleiben. Bis zum Stadtrand, hat mir das von Hügeln umrahmte kleine Flusstal sehr gut gefallen. Innerhalb von Hof erinnert die Saale jedoch eher an den Graben eines Trockenlegungsprojekts. Mal abgesehen von den beiden beschriebenen Stellen am Anfang, war diese Etappe im Grunde nicht so schwierig wie die vom Vortag und die Befreiung von einem Großteil meines Reisegepäcks hatte wahre Wunder gewirkt. Mit einem Mal ließen sich viele Anstiege hinauffahren, ohne dass gleich die allerkleinste Übersetzung herhalten musste. Aber dennoch hatten sich bereits ab den ersten Kilometern die Beinmuskeln durch ein gelegentlich schwammig-weiches Gefühl bemerkbar, dass sicherlich den letzten beiden Tagen geschuldet ist. Das nächste Mal, wenn ich eine längere Radtour durch die Berge plane, werde ich wohl entweder zuvor 2 Jahre Kraftsport für die Schenkel und Waden betreiben, oder ich lasse das mit dem Zelten sein. Ich muss ehrlich sagen, so richtig umwerfend toll fand ich weder die Landschaft noch die durchquerten Waldabschnitte in der ersten Tourhälfte. Am wildesten und natürlichsten ging es noch an den Stellen mit den schlechten Wegen zu. Ansonsten viele Nadelholzplantagen mit schnurgeraden Schotterwegen. Die Berglandschaft besteht zumeist aus nah beieinanderliegenden, rundlichen Bergrücken etwa gleicher Höhe, sodass man selbst bei freien Blick selten mehr Panorama hat, als das Tal dazwischen. Bei den ersten beiden Dörfern, die so idyllisch von bewaldeten Höhen umringt zwischen den Feldern im Talgrund liegen, denkt man noch "Ohh" und "Ahh". Später aber gleichen sie sich doch sehr.
      Mit dem Erreichen des Saaletals kommt dann ein wenig mehr Dramatik. Steile Abhänge, die den Mäandern des Flusses folgend entlang des Tals gefaltet sind, Stromschnellen, Brücken, Mühlen. Dort wirkt auch die Natur etwas naturbelassener.
      Hof schaue ich mir morgen ein wenig an. Zunächst einmal war es von nichts auf gleich etwas viel Verkehr, Ampeln und bunt auf einmal. Immerhin ist es seit Lübeck die erste große Stadt (wenn man das so nennen will), durch die ich in den vergangenen zwei Wochen gefahren bin.

      • Hace 3 días

  3. peacemaker_fx dio un paseo en bici.

    Hace 5 días

    A Lausitzsonne, Notnagel y 57 más les gusta.
    1. peacemaker_fx

      Komoot has already activated the tour on its own initiative.Text and pictures follow.

      Traducido porVer original
      • Hace 5 días

  4. peacemaker_fx dio un paseo en bici.

    Hace 6 días

    A Notnagel, Axellent y 54 más les gusta.
    1. peacemaker_fx

      In dem kleinen Tal bei Autenbach, wo ich heute übernachte, gibt es absolut überhaupt keinen mobilen Internetempfang. Daher bleibt mir wohl nichts anderes, als mich einzig und allein auf mein Gedächtnis zu verlassen, um einen kleinen Abriss und ein paar Eindrücke dieser Etappe aufzuschreiben. Über Nacht war es zum Glück trocken geblieben, aber schon kurz nach dem Aufbruch aus Dippach bei Tann fielen die ersten Tropfen. Nicht zuletzt wegen des angesagten Regenwetters habe ich die Route etwas eingekürzt. Statt den Berg, den ich gestern Abend mit letzten Kräften erklommen hatte, wieder bis ganz ins Ulstertal hinunterzufahren, nur um ihn dann auf dem E13 an anderer Stelle wieder hinauf, bin ich ein Stück höher über die Berge geradelt bis ich den Radfernweg oben wieder eingefangen hatte. Heute lag der höchste Punkt der Tour und der längste Anstieg dorthin schon so ziemlich am Anfang. Der Regen blieb bei gelegentlichem Getropfe solange ich bergauf fuhr. Die Spitze des Berges ragte scheinbar bis in die Wolken und demzufolge war die Sichtweite lächerlich. Sie hätte Sichtkürze heißen müssen. Daher war ich zunächst froh, dass Komoot mich in Frankenheim rasch wieder von der Straße wegschickte und auf einen Feld- bzw. Waldweg verwies. Mein Interesse auf kurvigen, engen Bergstraßen mit unter 50 m Sicht einem Auto zu begegnen, hielt sich in Grenzen. Aber die Freude währte nur so lange, bis der Weg in einen schlammigen und verwurzelten Wanderweg überging, was mir gelegentlich unflätige Schimpfworte entlockte. Ach so, ja. Inzwischen hatte es auch begonnen, wie aus Eimern zu schütten. Vom Bergrücken hinunter nach Fladungen musste ich mich netterweise nicht mehr mit pfützenübersäten Wegen abgeben, denn ein herrlicher Asphaltweg serpentint ins Tal hinunter. Mein neuer Fahrradhelm musste hier den Beweis erbringen, ob er etwas taugt oder nicht. Ich hatte lange hin- und her- gelesen, um ein brauchbares Konzept dafür zu finden, wie man als Brillenträger im Regen Fahrradfahren kann und trotzdem noch sieht, was da so vor einem los ist. Der Helm hat so ein Visier zu runterklappen. Auch wenn es voller Tropfen ist, kann man trotzdem das meiste erkennen. Beschlagen ist weder das Visier noch die Brille. Scheint zu funktionieren. Insofern bin ich ganz zufrieden damit. Ein Glück, dass es so schön geregnet hat. Nun verläuft die Route einige Kilometer auf der Straße. Der Regen wurde allmählich wieder schwächer und, wie zu erwarten gewesen, ging es munter auf und ab. Immerhin ist die Rhön ja ein Mittelgebirge. Verkehr herrscht auf den schmalen Bergstraßen so gut wie keiner. Sie waren jedoch allesamt fast wie neu, sodass es richtig Spaß machte darauf entlangzusausen, wenn es hinunter ging und man auch die ansteigenden Passagen gut überwinden konnte, ohne sich gleichzeitig noch mit dem Holterdipolter schlechter Wege herumplagen zu müssen. Die Hügel wurden allmählich flacher und breiter und der Wald wich rotem Ackerboden. Sehr malerisch drapierten sich die kleinen Dörfer dazwischen. Aus der Ferne haben alle ein ähnliches Erscheinungsbild. In der Mitte, fast immer auf einem Hügel, steht eine Kirche mit einem lustigen Zwiebelmützenturm. Sie überragt alle anderen Gebäude, manchmal um das Doppelte. Die kleine bis mittlere Schar roter Ziegeldächer gruppiert sich als scheinbar dicht gedrängter Haufen um sie herum. Das Landschaftsbild sah vor ein- oder zweihundert Jahren vermutlich nicht viel anders aus als heute. Ganz, ganz selten erblickt man mal einen moderneres Gebäude, z.B. einen großen Kuhstall oder die Halle eines Industriebetriebes. Der Weg gondelt so hin und her, mal ein Stück auf der Straße, mal auf Asphalt- oder Plattenwegen, die in der Regel gut zu befahren sind. Wo genau die ehemalige innerdeutsche Grenze gewesen ist, kann man mit bloßem Auge nicht mehr erkennen. Lediglich die Schilder, die den Wechsel von hessischen oder bayrischen Landkreis zu einem thüringischen anzeigen, lassen vermuten, dass damals hier von beiden Seiten Schluss war. Kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Die E13-Beschilderung, die mir im Ulstertal noch so positiv aufgefallen war, fehlte wieder vollständig, obwohl recht viele andere Radrouten ausgewiesen sind.Der Regen hörte nicht lange genug auf, als dass die Klamotten Zeit gehabt hätten mal wieder zu trocknen. Daher hab ich nirgends angehalten. Mich schüttelt es schon bei dem Gedanken, nach eine Pause wieder in die nasse, kalte Regenjacke schlüpfen zu müssen. Dann lieber in Bewegung bleiben. So blieb die einzige Unterbrechung die Besteigung des Bayernturms bei Zimmerau kurz vor dem Ende der Tour. Das in Astbestplatten gekleidete, stählerne Monstrum von Aussichtsturm erhebt sich auf einem Berg hoch über die Bäume und wirkt in der lieblichen Hügellandschaft so, als hätte Aliens es gebaut. Der Ausblick ist jedoch phantastisch. Zum Schluss, auf den letzten vier Kilometern dann noch eine Panne. Zum Glück nicht das Fahrrad. Nein, ich hatte den ganzen Tag erfolgreich verdrängt, dass ich mein letztes Bargeld heute früh auf dem Zeltplatz losgeworden war. Erst bei dem Gedanken an den heutigen Übernachtungsplatz ploppte der Gedanke wieder ins Bewusstsein. Auf den kleinen Campingplätzen hat man's ja nicht so mit neuartigen Bezahlmethoden wie z.B. Bankkarten. Da es in den Dörfern weder Geldinstitute noch Bankautomaten gibt, musste ich zu guter Letzt noch einen Umweg von 8 km nach Heldburg machen. (Eine schöne Stadt, ganz nebenbei. Ich konnte aber keine Fotos machen, da ich zu sehr in Eile war.) Endlich am Ziel angekommen, stellte sich heraus, dass weder jemand Zuständiges vor Ort, noch jemand zu erreichen war. Ein einziger Wohnwagen stand auf der großen Wiese des Campingplatzes. Es stellte sich heraus, dass der Herr im benachbarten Schwimmbad arbeitete und währenddessen hier wohnte. Das war meine Rettung, denn er hatte den Schlüssel für Dusche und Toiletten und war so freundlich ihn mit mir zu teilen. Nach der gestrigen langen Strecke mit wenigen Bergen, war die heutige Etappe mal wieder eine Berg und Talfahrt. Sehr positiv fand ich, dass ich dass die längste und höchste Steigung gleich früh hinter mich bringen konnte. Nun ja, ansonsten ist es sicher auch landschaftlich ein genussvolles Erlebnis, für mich jedoch überschattet und mit einen diesigen Dunstschleier verdeckt durch die dicken Regenwolken. Nachtrag vom 16.09. früh: Weder ist jemand vom Zeltplatz da gewesen, noch hat der Regen aufgehört.

      • Hace 5 días

  5. peacemaker_fx dio un paseo en bici.

    Hace 7 días

    A Philipp, Ich y 68 más les gusta.
    1. peacemaker_fx

      Meine 8. Etappe auf dem Iron Curtain Trail sollte von der Idee her eine größtenteils entspannte Strecke auf den Flussradwegen an der Werra und später an der Ulster werden. Die zwei größeren Steigungen am Ende würden sicher noch bequem zu machen sein, wenn man den ganzen Tag fast keine Höhenmeter zu sehen bekommen hat. Da würde es auch nicht so schwer ins Gewicht fallen, dass die Strecke ein wenig länger ist. Laut Planung 125 km, also nichts, was den Rahmen sprengen würde. Ist allerdings nicht so aufgegangen, wie erhofft. Und wo die 12 zusätzlichen Kilometer herkamen, dafür finde ich auch nur zum Teil plausible Erklärungen. Davon abgesehen war es tatsächlich viel zehrender und schwieriger 90% der Steigungen auf den letzten 10% der Strecke abzuleisten.Absolutes Glück hatte ich mit dem Wetter. Ein Septembertag, als wenn der Wettergott vorher noch mal ins Buch geschaut hat. Als ich früh den Kopf aus dem Zelt streckte, herrschte noch ein dicker Nebel, der vermutlich die ganze Breite des Werratals ausfüllte. Alles war kalt und klamm, nur die Geräusche unnatürlich laut. Gegen 9 schaffte es die Sonne den weiß-grauen Dunst wegzuheizen. Nur hier und da versuchte ein kleiner Fetzen in die Berge hinauf zu kriechen. Aber nach kürzester Zeit war der Sonnensieg vollkommen und sie behielt das Regiment auch fast bis zu ihrem abendlichen Abschied hinter den Bergen am westlichen Horizont. Trotz der angenehmen Wärme war das Licht aber nicht mehr das gleiche, wie noch vor ein paar Tagen. Ein wenig zu golden und der blaue Himmel ein wenig zu milchig. So kann es nur der Herbst. Ich glaube ich habe hier und da sogar schon ein paar Bäume und Büsche gesehen, die noch etwas verschämt, einzelne Stellen roter und gelber Blätter bekommen haben. Ganz früh konnte ich wegen besagter Nebelnässe, meinem Aluminiumross heut nicht die Sporen geben. Nach dem Aufbruch hab ich kurz nach Eschwege reingeschaut. Dort war noch der morgendliche Berufsverkehr im Gange sowie Be- und Entlade-Action vor den Geschäften. Ich hatte den Eindruck, dass die Stadt ganz sehenswert ist, aber mein Timing war nicht optimal. Nachdem die Stadt hinter mir lag, war einfach alles perfekt.
      Kilometer um Kilometer schlängelte sich ein exklusiver Radweg neben der Werra dahin, die sich ihrerseits um die Flanken der Berge herumschlängelt. Gelegentlich durchquert man einen kleinen oer größeren Ort. All diese Dörfer und Städte an der Werra sind reich gesegnet mit wunderschönen, alten Fachwerkhäusern, manche gerade, manche krumm. Es ist nicht so die Art Fachwerk, wie man sie sich bei den Bürgerhäusern der wirklich reichen, mittelalterlichen Handelsstädte findet - repräsentativ mit vielen Schnitzereien und Fenstern - sondern solide, praktische Handwerkskunst. Treffurt und Creuzburg stechen wegen der zugehörigen Burgen besonders heraus. Wie am Ende der vorigen Etappe bereits bemerkt, ist der Werraradweg touristisch gut erschlossen. Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten finden sich überall. Die Strecken zwischen den Orten verlaufen fast immer mitten durch die Natur und fast ausschließlich auf separaten Radwegen. Stellenweise wurde die alte Trasse der Werratalbahn zum Radweg ausgebaut. Die Bahnstrecke war schon früh nach dem Krieg demontiert worden, da sie direkt durch das Grenzgebiet verlief.
      Die Situation ändert sich weiter flussaufwärts. Etwa ab der Stelle, wo man in Hörschel unter der gigantischen Autobahnbrücke der A4 hindurchfährt. Von da geht es überwiegend auf Nebenstraßen über Gerstungen und Heringen nach Philippsthal. Die Orte sind nicht mehr so durchgehend malerisch, sondern bestehen oft nur noch im Zentrum aus historischen Gebäuden, während der Rest moderner ist. Auch ist das Wegprofil nicht mehr so eben, sonder es geht durchaus mal ein paar Meter hinauf oder hinunter. In Phlilippsthal verließ ich die Werra und folgte nun eine ganze Weile dem kleinen Flüsschen Ulster. Diese hat einen komplett ausgebauten Radweg, welcher fast ausschließlich auf einer ehemaligen Bahnstrecke verläuft. Dem entsprechend gibt es keine starken Steigungen oder Gefälle. Es geht jedoch inzwischen spürbar immer weiter bergauf. Mir hat dieser Teil der Etappe besonders gut gefallen, da der Radweg meist mitten im Grünen verläuft und man außerdem immer mal wieder einen schönen Blick auf die gesamte, breite Talmulde und die umgebende Berglandschaft der Rhön mit den kuppig-runden Bergen erhaschen kann. Aber auch die Ulster muste vorübergehend verlassen. Die Route führt auf den Rasdorfer Berg hinauf (die erste meiner beiden großen Anstiege). Zu meiner großen Freude ist der Weg komplett asphaltiert. Ich hatte mich schon vor einem holprigen Plattenweg gefürchtet. Oben befindet sich die große Gedenkstätte zur deutschen Teilung und Wiedervereinigung mit dem Namen Point Alpha, nach dem amerikanischen Beobachtungsposten, der sich im Kalten Krieg direkt dort oben vor dem Grenzzaun befand. Auf der anderen Seite des Höhenzuges ging es wieder in das Ulstertal hinunter. Nach einem Stück auf der Straße fand ich mich auf dem Ulstertalradweg wieder, dem ich bis Tann folgte. Da war ich jedoch inzwischen schon ziemlich ausgepowert und kaum noch aufnahmefähig. Auf die letzten 3 steilen Kilometer Landstraße zum Zeltplatz hinauf, hätte ich gerne verzichtet. Trotzdem ist es zusammen mit der Fahrt auf dem Elbedeich die schönste Etappe auf dieser Reise gewesen. Zum einen Top Untergrund - Asphalt oder lose, beides super zu fahren - und zum anderen lange Abschnitte fast ohne Autoverkehr. Nur ein paar Kilometer kürzer hätte sie sein sollen. Nach dem gestrigen Auf und Ab hätte ich auf so eine Mammutstrecke heute gerne verzichtet.

      • Hace 7 días

  6. peacemaker_fx dio un paseo en bici.

    13 de septiembre de 2021

    06:49
    123 km
    18,0 km/h
    1.440 m
    1.560 m
    A Sven, Sachsen Onkel y 61 más les gusta.
    1. peacemaker_fx

      On Sunday I indulged in laziness and idleness. In addition, it rained every now and then until noon and I had no desire to carry out the most difficult maneuvers in order to pack everything as dry as possible and attach it to the bike again.Today the sloth in me, which would have loved to enjoy the cozy sleeping bag warmth, had no chance. Up, out into the still damp morning freshness. When everything was attached to the bike and ready to go, the clock showed 9:00 again. I quickly got on my socks, because today there was not only a fairly long distance waiting for me, but also a whole pack of mountains and hills.South of the Harz Mountains, the inner-German border ran right through the Eichsfeld. The landscape is characterized by mountains that are not too high, but plenty. Some of them are also cultivated with fields above the hilltop, but the slightly higher ones are more wooded. I found most of the small villages downright picturesque. Dreiseitenhöfe squeeze next to each other right next to you and you can see through the opened bags that cows and pigs are actually still kept in the buildings, which are at least 100 years old. A dung heap in the yard. Chickens roam free next to it. It seems a little out of date. Of course, it didn't look like that everywhere. But it seemed to me that the whole area still revolves around agriculture.As already mentioned, there was not just one big mountain to conquer, but a dozen small ones. I'm still not so sure whether I find today's variant of collecting vertical meters, even more strenuous and grueling, than if the upward drop was already sucked in the early afternoon. What really matters a lot are the steepness of the climbs and the condition of the road. In both of these there is hardly anything to complain about today. But I will not even try to reconstruct it in detail here. Most of the place names alone have already fallen victim to oblivion even with me and the only thing that counted for me today was: up or down. I would estimate that the bike route, for example, leads over back roads and another third consists of paved dirt roads. There are really a lot of them here. Often there is a sign at the beginning that tells cyclists to be considerate of agricultural traffic. Honestly, I wouldn't let it come down to a duel with a tractor or combine harvester. Nobody needs to tell me that I would rather drive the few seconds off the path until it is gone again. Perhaps one or the other overestimates themselves at this point, who knows !? ... I waned.The rest of the paths were either forest paths, mostly gravel or flagstone paths. There were a few of the bad kind here too. On the other hand, even a few kilometers of real, road-accompanying bike path.It would be a lie if I said the stage is a pleasure to ride, but it would also be one that it wasn't fun. However, it is often this biting-through fun that takes pleasure in when your thighs burn and incites you when the sweat drips from your helmet. The sweeter tastes the success of defying the odds. It feels like you're driving uphill most of the time. The descents on the virtually traffic-free paths are of course awesome and the body doesn't catch up with the endorphins that quickly, but unfortunately they are over quickly.After one last long descent you land down in the Werra valley. Suddenly everything is different here. Even the weather seemed much more summery. The last 30 km of the tour I cycled on the almost flat Werra cycle path upstream. In contrast to before, I felt as if I had entered another world. Suddenly everything is full of other people cranking the pedals. (In the first 90 km I might have seen 5.) In every village there is at least one pub with a beer garden. Everything suddenly seems easy and straightforward. A similar experience as arriving in Italy after crossing the Alps, even if it was only Hesse here.The campsites are slowly going into autumn mode. It was a total coincidence that someone was still out on the square today, and I also found them by chance to check in and get a key for the toilets and showers.This stage on the Iron Curtain Trail marks the beginning of the mountainous part. (I don't count the story with the Brocken as the bike route doesn't go along there.) It doesn't get any flatter. I hope I haven't planned too much.

      Traducido porVer original
      • 13 de septiembre de 2021

  7. peacemaker_fx dio un paseo en bici.

    11 de septiembre de 2021

    A Pelle Nörmann, Thomas aus EF y 72 más les gusta.
    1. peacemaker_fx

      Schon gestern, während ich mich dem Harz allmählich näherte, rumorten bei jedem Brockenblick in mir die Zweifel, , ob ich mir wirklich zutrauen sollte, den Schicksalsberg herauszufordern. Noch heute früh, war ich kurz davor, zur Rezeption zu laufen, und meinen Aufenthalt um einen Tag zu verlängern. Dann aber nutzte ich eine der motivierten Pro-Phasen, band mein Zeug auf dem Fahrrad fest und schwang die Pedale. Augen zu und durch - sonst würde ich wohl noch am nächsten Wochenende hier sitzen und grübeln.Erstmal zurück zur Route nach Eckertal (runter) und von dort durch den Wald nach Ilsenburg (bisschen Anstieg). Um mir die Stadt näher anzuschauen war ich zu nervös. Gleich weiter ins Ilsetal. Auch dort ließ es sich noch recht entspannt radeln. Dann jedoch schicke mich das Navi links auf den steilen Weg, der zum Ausflugslokal 'Forsthaus Plessenburg' hinaufführt. Ganz, ganz schnell hoppelte da die Kette zum größten Ritzel und zum kleinsten Kettenblatt. Während ich mich im Schweiße meines Angesichts Meter für Meter hinaufkämpfte, tauchte plötzlich ein Linienbus auf dem schmalen Weg hinter mir auf und riss mich unvermittelt aus dieser selbsversunkenen, beinahe meditativen Tätigkeit. Was 'n Schock.Nachdem ich die ersten 250 Hm quasi in senkrechter Linie absolviert hatte, ging es oben auf dem Huysenburger-Häu-Weg etwas moderater bergan. Der Weg bildet an dieser Stelle die Grenze des Nationalparks Harz. Daher wird er von einem breiten Streifen gerodeten Waldes begleitet, der verhindern soll, dass die oben im Nationalpark wild um sich fressenden Borkenkäfer in die tiefer gelegenen Nutzwaldbestände überspringt. Daher sieht es dort ein wenig kahl und trostlos aus. Der Brocken ist überhaupt kein Bestandteil der Iron-Curtain-Radroute. Seit ich bei meiner ersten Brockenwanderung gesehen hatte, dass es Menschen gibt, die mit dem Fahrrad da hinauffahren, war ich leider auch von diesem, offenbar ansteckenden Virus infiziert. Daher hatte ich genau genommen keine Wahl, als es zu versuchen. Radreisegepäck - Drauf gepfiffen. Andere sind mit vollgepacktem Rad über den Himalaja gefahren. Da lass ich mir doch nicht dieses Hügelchen davon vermiesen. Nach ewigen Herumgeplane hab ich mich entschieden den Glashüttenweg für die Anfahrt bis zum eigentlichen Brückengipfels zu nehmen, da er der, mit den wenigsten steilen Killerpassagen zu sein schien. Im Großen und Ganzen wurde ich auch nicht enttäuscht. Einziges echtes Manko war, dass gerade an den steilen Stellen der Schotter so ausgewaschen war, dass er nur noch aus walnussgroßen Brocken bestand, die nur ein eingeschränktes Fahrvergnügen ermöglichten.
      Ab Erreichen der Brockenstraße wurde dann vieles leichter. Sie ist zwar auch nicht gerade sanft, aber auf Asphalt fährt es sich hundertmal besser. Etwas Konfliktpotenzial hatte allerdings die unzählbare Menge der Brockenwanderer und Radfahrer. Am heutigen Samstag wälzte sich ein breiter Strom an Besuchern den Berg hinauf, während gleichzeitig hinunterfahrende Radfahrer versuchten Höchstgeschwindigkeiten zu erzielen. Die Brockenstraße war so voll, dass es mich kaum gewundert hätte, wenn die Polizei auf Einhaltung des Mindestabstands kontrolliert hätte. Auf meinem Weg nach oben, war ich mit meinem schwer bepackten Vehikel schon froh, wenn ich es mal schaffte einen Wanderer zu überholen.
      Yeah. Ich hab's geschafft. Einen der Angstgegner besiegt. Einen Bossfigth für mich entschieden. Mit dem traditionellen Brockengericht "Erbsensuppe und Würstchen" gönnte ich mir einen kleine Erholungspause. Oben auf dem Gipfel war es allerdings hundekalt, zugig und immer wieder nieselte ein leichter Regenschauer herüber. Daher blieb ich wirklich nur kurz da und machte mich an die längste und grandioseste Abfahrt seit Italien. Am Anfang ging es natürlich nicht so richtig, aber weiter unten, wo die meisten Wanderer sich von der Asphaltstraße in den Wald verdrückt hatten, kullerte ich wie eine Murmel auf der Murmelbahn bis nach Schierke hinunter. Ein echter Endorphinspringbrunnen, der alle Qualen des Fahrt hinauf vergessen lässt. Zwischen Schierke und Elend ging es dann immer noch bergab, jedoch etwas sanfter. Dafür allerdings durch den wunderschönen, grünen Laubwald des Elendstals neben kräftig strömenden Bode. Oben am Berg finden sich ja nur kahle Hänge oder abgestorbene Wälder. In Elend hatte ich des ICT wieder erreicht. Weiter ging es nun auf der Straße nach Sorge, wo sogar mal wieder ein wenig Steigung zu überwinden war. Ab Sorge verläuft die Route dann wieder abseits der Straße. Am Anfang war der Weg noch ganz schön - grüne Wälder und saftige Wiesen über die Täler und Hügel verteilt. Nach kurzer Zeit erreicht man jedoch den alten Grenzweg und ist gezwungen, auf den schrecklichen, gelöcherten Betonplatten zu fahren. Voranzuholpern trifft es wohl eher. Da beim Bau dieser Postenstraße einzig und allein der Grenzverlauf ausschlaggebend war, darf man sich wohl nicht wundern, dass der Weg ohne Rücksicht auf Steigung und Gefälle stur geradeaus über die Berge führt. Fühlt sich an, wie oben auf einer Skischanze zu stehen und auf ihr Spiegelbild gegenüber zu schauen, welches man später wieder hinauffahren muss, falls man heil unten angekommen ist. Nach 2-3 km hat der Spuk ein Ende und man biegt auf den Radweg neben der Bundesstraße ab. In Hohengeiß lag dann der letzte Anstieg hinter mir und es folgt die zweite, lange Abfahrt, ca. 10 km, und begleitet dabei das Flüsschen Zorge. Dann liegt der Harz im Rücken. Statt direkt die 3 km nach Walkenried zu führen, macht der E13 macht noch einen Schlenker über Ellrich, bevor ein schöner, aber auch zum Teil heute, sehr schlammiger Naturweg von dort nach Walkenried hinüberführt.

      • 11 de septiembre de 2021

  8. peacemaker_fx dio un paseo en bici.

    10 de septiembre de 2021

    A Silvia D., Sachsen Onkel y 58 más les gusta.
    1. peacemaker_fx

      The morning started for me shortly before sunrise because I woke up in front of the alarm clock for no particular reason. In view of the long stage, which was also provided with a few meters of altitude, I decided to start an hour earlier. As soon as everything was stowed away, a thunderstorm at its finest broke out: lightning, thunder, downpour. Lightning struck somewhere near the Allersee directly behind the campsite and the pressure wave of the thunder immediately following was so strong that my coffee mug almost jumped off the table. I was really glad that I had already bagged all my things and stowed them watertight. So I pulled myself together with my bike under the canopy by the showers. Fortunately, the front moved on quickly and at least I was able to start a little earlier than usual.Accompanied by a few raindrops, I drove back to Oebisfelde. Avoiding the city entirely, as announced yesterday, would have taken me too far from the bike path. It always runs together with the Allerradweg through the fairly flat river valley.From Weferdingen it gets a little more hilly. Between Beendorf and Sommersdorf, the ridge of the Sommerschenburger heights had to be overcome. The most adventurous part was the section behind Beendorf, where an ancient concrete slab path led over the hills. It was partly so overgrown that it looked like a meadow. Once you have mastered this hurdle, you will soon reach the A2 at the huge former Marienborn border crossing. There is a rest stop at the front of the motorway today. On the back, the former terminal building has been rededicated as a border monument and documentation center "Deutsche Teilung".Two hills further a long descent led down to Sommersdorf. Past Schöningen and through several other villages it gradually went down further and further. The villages here are very different from those in the north German lowlands. The houses and courtyards usually jostle close together and form wild piles with crooked streets. Behind Söllingen I reached the Great Break, which I now wanted to be crossed lengthways. The approx. 45 km long and up to 4 km wide wetland was a completely impassable swamp until the late Middle Ages, which was drained in several phases. Certainly a reason why there are no settlements down there. Therefor all kinds of bad roads, e.g. old concrete slabs (the ones with the three holes where iron clips are in), terrible gravel roads as well as weathered asphalt stretches. The areas of the quarry are used intensively for agriculture, it seems. For many farmers today "drive liquid manure" was on the tear-off calendar, which also made the trip in Bruch an olfactory experience.Although I drove in the sunshine most of the time, I was a little worried about the weather. Early in the morning there was the announcement of further rainfalls for the early afternoon. But even though I saw rain showers passing a short distance away, I was completely undisturbed.In Hornburg I took a break to gather my strength a little before heading to the Harz Mountains. In the representation of the elevation profile in Komoot, the ascent looked much more dramatic than it was. Occasionally I felt like I was getting on better here than on the bad trails below.PS: Today it is getting a bit late and my eyes always close when I write. I hope I haven't missed too many misspellings.

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      • 10 de septiembre de 2021

  9. peacemaker_fx dio un paseo en bici.

    9 de septiembre de 2021

    1. peacemaker_fx

      There is not so much to tell today. My fourth stage on the E13 was a kilometer eater section, on which I didn't pay too much attention to highlights along the way. Already early, when I crawled out of the tent, a cloudless, deep blue sky greeted me and the dewy tent was dry again in the sun in no time. It was a real midsummer day and I was happy when I was protected from the scorching heat of the sun for a while in the forest or at least behind a hedge. The wind alone is somehow targeting me. Today he came mainly from the south; amazingly from exactly where my goal was. But at least it brought a little cooling.From Arendsee it first went several kilometers to the west, before south became the main direction in a large arc. The E13 is nowhere signposted and, as always, I drove with the Komoot navigation system. Whether my programmed course is really the only true Iron Curtain Trail, I'll leave a question in the room. In any case, initially it mostly agreed with the signposted "Green Belt" cycle path. For a long time it went through the flat Wendland on really excellent concrete slab paths; always dead straight sections from a few hundred meters to several kilometers in length. The route bypasses almost all villages and you get to see many pastures and corn fields, but occasionally also passes a small piece of forest. In Wustrow (Wendland) - there are a total of 7 places with that name - the road was freshly paved. Therefore it was called to bypass the area. Only then did I have the pleasure of taking a look at one of the round villages typical of the Wendland.That with the smooth slab paths was over then. As a small contrast, there was a GDR-style paved path between Luckau and Seeben, which the border troops had probably laid there personally. I hope I put all the bones back in the right place that had fallen out of the bump and shake. From Seeben, the path runs back through the Altmark and almost exclusively on the streets. There are neither bike paths nor traffic between the small villages. However, it will be hilly. The highest mountains in the Altmark can be found here; the Hellberge near Zichtau (160m) and the "Pistolsche Berg" (121 m) near Bonese in the Hans-Jochen-Winkel. Therefore, from the road there are often beautiful, wide views of the landscape from above. The villages are small and apart from the village churches there is actually nothing striking. They were not only a bit on the sidelines and on the fringes of their respective countries, kingdoms, principalities, whatever, with the establishment of the border barriers during the Cold War, one could say for a long time. One of my grandpa comes from here, from Henningen. As a teenager I was here with my family at some point, but couldn't remember the house. In Diesdorf, which is relatively known for its open-air museum with old farmhouses, I took a break and filled my stomach with two big, fat scoops of ice cream. After all, summer was hip.The further south you go, the lower the hills get again. Soon the lower ears will be reached. It is completely flat there again. The Iron Curtain ran along the river until shortly before the town of Brome in Lower Saxony. In some villages only a few meters behind the last house. In the vicinity of Böckwitz and Zicherie there is a small open-air exhibition with the border fortifications at different times and in different stages of expansion.With a dangling over Jahrstedt it then went to the Drömling area. This is a huge swamp area that is fed by Ohre und Aller. Until it was drained by order of Frederick the Great, it was considered impassable. Here again a car-free paved path led through. However, you came out on the other side on a real speed track. After I survived that, the path to Breitenrode, shortly before Oebisfelde, ran again through today's Drömling nature reserve.Unfortunately there is no campground in and around Oebisfelde. So I had to leave my bike route and cycle the 15 km to Wolfsburg, where the next one is. Tomorrow, of course, I have to cut it back. As a punishment, I leave Oebisfelde out and do not go there.

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      • 9 de septiembre de 2021

  10. peacemaker_fx dio un paseo en bici.

    8 de septiembre de 2021

    1. peacemaker_fx

      Das neue Zelt hat die Einweihung gut überstanden und mir einen unbeschwerten Schlaf beschert. Natürlich muss man in der Elbeniederung bei klaren, kühlen Septembernächten darauf gefasst sein, dass morgens auch ohne Regen von außen alles platschenass ist. Dicht ist mein neues Häuschen jedenfalls. Auch heute kündigte sich ein warmer Spätsommertag an. Bestes Fahrradfahrwetter. Jedoch fällt es mir etwas schwer nachzuvollziehen, warum ausgerechnet heute der Wind drehen muss. Und warum es dann auch noch ausgerechnet Ostwind sein musste. Ist doch sonst auch nie! Der Hauptteil der heutigen Etappe verlief auf dem Elberadweg, wovon etwa die erste Hälfte auf Mecklenburg-Vorpommerschen Seite stattfand, die andere auf der Niedersächsischen. Der Weg auf oder hinter dem Elbedeich ist wirklich die bequemste Fahrradstrecke die man sich vorstellen kann. Keine Autos, keine Kreuzungen, keine Berge. Auf einer Skala von 1(leicht) bis 10(schwer) - eine glatte 0. Das Einzige, was einem einen Strich durch die Rechnung machen kann, ist der Wind. .... ach, schlechte Thema. Lassen wir das.
      Am Deich liegen alle paar Kilometer winzige Dörfer, manchmal nicht mehr als 3-4 Häuser, die sich teilweise so dicht daran anschmiegen, dass man meint, sie sind dabei hinaufzuklettern. Nicht selten sind es die sogenannten Niedersachsenhäuser, langgezogene Gebäude mit zwei oder drei Etagen, bei denen das Dach weit nach unten gezogen ist. Dem Deich zugewandt ist die Giebelseite mit vielen weißen Fenstern in der roten Ziegelwand. Um die Häuser herum befinden sich oft schöne Gärten mit alten Obstbäumen. Unwillkürlich werde ich von einem sehnsuchtsvollen Gefühl überrollt. Ich habe nie in so einem Haus gelebt, aber ich schaue hin und spüre eine Art Heimweh. Am liebsten würde ich sofort anhalten, hineingehen (man würde mich natürlich schon freundlich erwarten) und mithelfen, den großen Tisch (den zum Ausziehen) unter den dicken Apfelbaum zu stellen. Weiße Tischdecke, frisch gebackener Pflaumenkuchen, Kakao ... ich hör lieber auf zu träumen, eh es zu kitschig wird. Was ich sagen will. Ich fand es ganz schön und unterhaltsam dort. Aber nicht nur deswegen. Auch die breiten Elbauenwiesen, mit ihren kleinen und großen Teichen, den kleinen Wäldchen und den einzeln stehenden, krüppeligen Weiden üben auf mich eine unerklärliche Faszination aus. Kaum vorstellbar, wie es den Leuten gegangen sein muss, die im Zuge der Befestigung der innerdeutschen Grenze von hier aus ihrer Heimat weggesiedelt worden sind. Auf der anderen Elbseite lag ja der Westen. Bei der sogenannte "Aktion Ungeziefer" der Staatssicherheit mussten politisch Unliebsame über Nacht ihre Häuser verlassen, durften kaum etwas von ihrem Hab und Gut mitnehmen und wurden oft mit unbekanntem Ziel, entschädigungslos woandershin verfrachtet.
      Ein besonders skurriles Schicksal ereilte das Dorf Rüterberg, welches ab 1967 beiderseitig von Grenzzäunen umgeben war. Eine Reaktion der DDR auf den Anspruch der BRD die gesamte Breite der Elbe nutzen zu können. Schon einen Tag vor dem Mauerfall im Herbst '89 riefen die Bewohner hier die "Dorfrepublik Rüterberg" aus. Bis 2002 stand das als Zusatz auf dem Ortsschildern. Ja, das rebellische Wendland ist nicht weit.
      Der E13 verlässt kurz zuvor gemeinsam mit dem Elberadweg den Deich und führt auf ruppigen Waldwegen nach Rüterberg hinein und wieder hinaus. Dahinter erreicht man anschließend die Bundesstraße.
      Dort, kurz vor Dömitz, überquerte ich die Elbe und es ging nun ein Stück auf dem niedersächsischen Elbdeich weiter. Ab Langendorf verläuft der Weg dann auf einem straßenbegleitenden Radweg. Von der Elbe sieht man hier nur etwas, wenn man auf den Aussichtsturm steigt. Ansonsten sind weder die flache Landschaft aus Feldern und Wäldern, noch die Dörfer sonderlich erwähnenswert. Zwischen Laase und Gorleben gibt es noch mal einen kleinen Abschnitt am Deich. Leider kann man nicht obendrauf fahren sondern hat auf dem Deichverteidigungsweg eine gleichbleibende und langweilige Sicht auf den Damm an der einen und den Wald an der anderen.Gorleben war ja wegen des Atommüllendlagerproblems so oft in den Nachrichten, dass ich von dem total unspektakulären Ort fast ein wenig enttäuscht war, obwohl ich gar nicht hätte sagen können, was ich eigentlich erwartet hätte. Jedenfalls hab ich mir in der Mittagshitze eine kleine Pause im Biergarten gegönnt und nach zwei Alster ("Radler" kannte man hier nicht und es wurde auch nicht als Bezeichnung für dieses Mixgetränk akzeptiert) fuhr ich etwas verstrahlt aus Gorleben über die Felder nach Vietze und dann schwitzend durch den Wald auf dem Höhbeck hinauf. Immerhin ragt der Berg 40 Meter über seine Umgebung hinaus. Oben gibt es einen Aussichtsturm, von welchem man bei guten Sichtverhältnissen bestimmt 40 km weit gucken kann. Laut meiner Planung hätte ich nun die Fähre nach Lenzen nehmen müssen und bei Schnackenburg, ein paar Kilometer elbaufwärts, wieder zurück auf diese Seite der Elbe fahren sollen. Zum Glück hatte ich in der Kneipe in Gorleben gecheckt, ob alle Fähren führen. Die Elbe schien mir momentan relativ viel Wasser zu haben, was diese hypersensiblen Wasserfahrzeuge schnell aus dem Konzept bringt. Dabei stellte ich fest, dass die Fähre "Ilka" zwischen Lütkenwisch und Schnackenburg derzeit wegen eines technischen Defekts leider nicht für die waghalsige Überfahrt verfügbar ist. Daher blieb ich auf auf der Westseite der Elbe. Letztlich fand ich es auch nicht so dramatisch, denn den brandenburgischen Abschnitt des Elbedeichs hatte ich ja erst vor kurzem absolviert, während ich die gegenüberliegende Seite noch nicht kannte. Auch hier verläuft der Radweg nicht auf sondern hinter dem Deich, jedoch oft mit einem weiten Blick ins Hinterland. In Schnackenburg machte ich einen kurzen Besuch im Hafen, um von der Elbe Abschied zu nehmen. Die Radroute bleibt anschließend aber trotzdem noch eine lange Strecke auf irgendwelchen Deichen. Erst als das Gebiet der Elbe-Aland-Niederung hinter mir lag, musste ich mich wieder an die Verkehrsregeln erinnern. Einen Tag ohne Autos - alles vergessen - Mensch, war das herrlich. Verkehr gab es netterweise sehr wenig. Interessantes und Berichtenswertes allerdings auch nicht. Wo Felder sind, sieht man, dass das Land flach ist. Der größte Teil der Strecke verläuft aber durch den Wald. Dort merkt man es daran, dass man nicht mehr Schalten muss. Das Ziel, Arendsee war bald erreicht. Der E13 will eigentlich im Norden um den See herum, etwas näher an der Grenze. Da die Strecke zum Campingplatz an der Südseite etwas kürzer war, hab ich mir gegen die "offizielle" Route entschieden und hab den schicken Promenaden-Uferweg an der Stadt genommen. Allzu viele Chancen hat man hier trotzdem nicht, einen Blick auf den See zu erhaschen, denn das Ufer ist fast durchgehend von Privatgrundstücken okkupiert. Wenn der Ostwind nicht gewesen wäre, hätte ich heute einen richtig entspannten Tag haben können. Aber was soll's, kein (Verkehrs)lärm, kein Aufpassen müssen, kein Helm auf heute. Ich kann mich nicht beschweren und so allmählich fange ich an, auf meiner Reise anzukommen, den Kopf frei zu kriegen und das Alltägliche hinter mir zu lassen.

      • 8 de septiembre de 2021

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